von Yasin Kiraz
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13. Januar 2026
cereza pizza liegt direkt in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Nicht irgendwo versteckt, nicht als Ziel für einen Ausflug, sondern genau dort, wo der Alltag stattfindet. Menschen kommen von der Arbeit, vom Einkaufen, aus Terminen, aus Gesprächen. Frankfurt ist keine Stadt, die viel verzeiht. Entweder etwas funktioniert hier langfristig oder es verschwindet wieder. Genau das war von Anfang an der Gedanke hinter cereza. Keine große Geschichte, kein lautes Konzept. Einfach Pizza, die man selbst jeden Tag essen würde. Wenn man eine eigene Pizzeria hat, merkt man schnell, dass viele Vorstellungen nicht stimmen. Es geht nicht darum, ständig neue Ideen zu haben oder immer etwas zu erklären. Es geht darum, dass Dinge wiederholbar sind. Dass sie auch an einem ganz normalen Dienstag funktionieren. Genau deshalb beginnt bei uns alles beim Teig. Wir arbeiten mit einem doppelten Sauerteig, also zwei Vorteigen: Biga und Poolish. Beide fermentieren getrennt, beide haben ihren eigenen Zweck. Die Biga gibt dem Teig Struktur, Spannung und einen gewissen Biss. Der Poolish bringt Luftigkeit, Tiefe und eine leichte Säure. Zusammen ergibt das einen Teig, der nicht schwer ist, der gut aufgeht, sauber bäckt und auch nach dem Essen nicht liegt. Aus diesem Teig machen wir bei cereza zwei Arten von Pizza. Krokant und neapolitanisch. Nicht, weil wir uns nicht entscheiden konnten, sondern weil beide ihre Berechtigung haben. Die krokante Pizza ist dünn, sehr klar, fast direkt. Sie lebt von Textur, von Knusprigkeit, von diesem Bruch beim Reinbeißen. Wenig Teiggefühl, viel Fokus auf Belag und Backpunkt. Die neapolitanische Pizza ist luftiger, weicher im Kern, mit einem ausgeprägteren Rand. Mehr Volumen, mehr Wärme, mehr dieses klassische Pizza-Gefühl. Beides basiert auf demselben Teigverständnis. Es sind zwei Wege mit demselben Ursprung. Auch bei den Pizzen selbst gibt es bei cereza keine feste Schublade. Manche Kreationen sind klassisch. Reduziert, vertraut, nichts, was man erklären muss. Genau solche Pizzen isst man oft am liebsten, wenn man einfach nur essen will. Und dann gibt es Pizzen, die ein bisschen weiter gehen. Die spielen mit Aromen, mit Gegensätzen, mit Texturen. Nicht, um aufzufallen, sondern weil es geschmacklich Sinn ergibt. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere signature cereza. Zwei verschiedene Käsesorten als Basis, smoked cashews für Tiefe und Crunch, pikante Salami aus Mailand, Chillaui für Schärfe und dazu eine karamellisierte Zwiebel-Granatapfel-Creme. Süße, Säure, Schärfe, Fett, Rauch. Das klingt erstmal nach viel, aber am Ende geht es um Balance. Nichts soll dominieren, alles soll zusammenarbeiten. Genau solche Pizzen entstehen nicht am Schreibtisch, sondern über Zeit. Man probiert, man lässt Dinge weg, man baut sie wieder ein. Bis es sich richtig anfühlt. Trotzdem bleibt unsere eigene Go-to-Pizza immer simpel. Dünner Boden, gute Salami, sauber gebacken, so dass sie knusprig wird und nicht weich. Das ist der Maßstab. Wenn man in seiner eigenen Pizzeria jeden Tag Auswahl hat und trotzdem immer wieder zur gleichen Pizza greift, dann sagt das alles. Kein großes Planen, kein großes Nachdenken. Einfach essen. cereza pizza ist kein Ort, an dem man etwas erklärt bekommt. Es ist ein Ort, an dem man isst. Die Innenstadtlage, der doppelte Sauerteig, die zwei Arten von Pizza – das sind keine Verkaufsargumente, sondern Entscheidungen, die sich aus dem Alltag ergeben haben. Pizza in Frankfurt bedeutet für uns nicht, etwas neu zu erfinden, sondern Dinge richtig zu machen und sie konstant zu halten. Wer in der Frankfurter Innenstadt Pizza sucht, findet bei cereza keine Show, sondern Klarheit. Zwei Teigstile, klassische und gewagte Kreationen, eine klare Linie beim Handwerk. Pizza, die nicht laut sein muss, weil sie funktioniert. Und genau darum geht es am Ende.